Das Buch zur Sommerpause

Moderation

Oliver WelkeAls Moderator erinnere ich mich gerne an zwei Geburten. Jetzt mal nicht an die meiner Kinder (Denn die waren extrem anstrengend. Übrigens auch für meine Frau.) sondern an die als Radio- und als Fernsehmoderator.

Im Radio war es der weit über die Grenzen des Kreises Steinfurt hinaus bekannte NRW Lokalsender Radio RST, der 1991 unter anderem mit mir am Mikrophon  auf Sendung ging. Bei RST moderierte ich zusammen mit dem Kollegen Kalkofe eine wöchentliche  Comedysendung. Und dort hatten wir dann eines schönen Sonntags die spontane Idee, mal was „lustiges über die Kirche“ zu machen. Speziell im Münsterland ein Schachzug, den ich nur jedem empfehlen kann, der sich schon immer mal wie Salman Rushdie fühlen wollte. Auch nach der prompten Absetzung der Show bekamen Kalkofe und ich noch monatelang Hassbriefe oder vergifteten Marmorkuchen zugeschickt. Das Moderieren hat trotzdem Spaß gemacht und ging dann  bei radio ffn in Niedersachen weiter.

Im Fernsehen war mein Geburtshelfer 1996 tatsächlich Ernst Huberty himself. Dieser Held meiner Kindheit leitete das Casting, das mich letztlich zum „ran“ und Fußballmoderator machte. Ihm verdanke ich viele zeitlose Tipps, er hatte ein gnadenlos gutes Auge für dumme Angewohnheiten, die sich beim Moderieren gerne unbemerkt einschleichen. Ich zum Beispiel hatte die Marotte, Worte die ich besonders betonen wollte, durch leichte Verbeugungen des Oberkörpers  zu unterstreichen. Was kurz gesagt ausgesprochen behämmert aussieht. Dank Huberty habe ich mir das dann aber komplett abgewöhnt. Privat und im Fernsehen. Beispiele für weitgehend verbeugungsfreie Moderationstätigkeit finden Sie weiter oben links.